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DER NEUE HEUTIGE

Forum für kritisch-künstlerisches Denken

Ausgabe 2011

Editorial

Die Erde dreht sich jeden Tag auf's Neue, und es passieren unglaubliche Dinge. Darüber zu berichten, oder zu reflektieren, ist die Möglichkeit, die Der Neue Heutige nutzt, um auf Ungerechtigkeit und missbräuchliches Handeln zu reagieren.

Die Kompexität der Welt ist kaum zu erfassen, und es ist schier unmöglich eine Haltung einzunehmen. Lieber trinken wir noch ein Bier und quatschen über unerhebliche Dinge, als dass wir uns an die grossen Fragen der Existenz, des sozialen Verhaltens oder der Fairness hingeben. Die Verantwortung jedes Einzelnen liegt jedoch genau darin, ein Teil der Welt zu sein und diese mitzugestalten.

Wer etwas schreibt, hat heute die Möglichkeit, dies zu publizieren. Wenn nicht in einem eigenen Blog, dann hier.

August2011/fs

Hat Fukushima noch nicht gereicht?

Der Aufschrei nach dem atomaren Gau im März 2011 war gross, den Stimmen für eine Welt ohne Atomenergie wurde Gehör verschafft. Nach einem halben Jahr scheint die Katastrophe jedoch bereits vergessen. Die Welt plagt sich mit anderen Sorgen herum.

Unternehmungen, die ihr Geld durch Energieproduktion verdienen wollen, müssten die Option Kernkraft seit jeher als unmögliches Vorhaben aufgeben. Die Gefahr für Mensch und Umwelt ist schlicht zu gross, das Fundament dieser Technologie ist nicht tragbar. Dies hätte die Politik weltweit propagieren sollen und hätte zum Wohle aller jede Bemühung in diese Richtung unterbinden sollen. Doch es kam anders heraus. In den 80er Jahren lernten wir den Fall Tschernobyl kennen, und die Empörung war gross, die Akzeptanz geschwächt. Jetzt, 15 Jahre später noch ein viel problematischeres Beispiel für die Unberechenbarkeit der Naturgewalten, mit gravierenden Folgen. Die Technik auf dem neuesten Stand, in einem hoch entwickelten Land - das denkbar Undenkbare ist passiert, und keine konkreten Massnahmen werden getroffen, um die atomaren Katastrophen (weltweit) gar nicht erst möglich zu machen. Lieber besänftigt man die Bürger, indem man ihnen suggeriert, das könne so gut wie nie mehr geschehen. Dass die Technik für nachhaltige Stromproduktion noch nicht voll entwickelt ist, zeigt auf, dass die Forschung noch einiges an Pionierarbeit zu leisten hat. Nichtsdestotrotz werden weiterhin Gelder für Lehrstühle im Bereich Atomphysik ausgegeben, anstatt endlich neue Weichen zu stellen. Die Politik hat es verschlafen, eine der wichtigsten Sorgen der Bürger ernst zu nehmen. Als Konsumenten haben wir die Pflicht, zu Atomstrom NEIN zu sagen, also tun wir es und lassen uns nicht von fadenscheinigen Argumenten überzeugen, denn die Gefahr der Selbstzerstörung ist dramatisch hoch.

August2011/fs

 

 

 

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