übersicht
ausstellungen
blackbox logo

DER NEUE HEUTIGE

Forum für kritisch-künstlerisches Denken

Ausgabe 2010

Editorial

Der Schreibplatz wird wiedereröffnet: für Schreiber, Denker, Leser oder irgendwelche anderen Aktivisten, die Lust haben, sich mitzuteilen, um mit interessanten Information oder Weltanschauungen andere zu mobilisieren, nicht nur einfach zu konsumieren, sondern auch mal etwas zu hinterfragen.

Es wäre sehr schön, wenn die Artikel, die ihr hier veröffentlicht mit Liebe und Lust geschrieben sind.

Wichtig: Hier dürfen keine Rechte dritter verletzt werden, und es dürfen keine Minderheiten beschimpft werden und es darf auch nicht sein, dass diese Seite in irgendeiner Weise missbraucht wird, sei es kommerziell, primitiv oder einfach nur dumm.

Januar2010/fs

Ideen für die Zukunft

Es ist völlig vermessen zu beschreiben, wie die Zukunft aussehen mag. Und trotzdem gibt es Hypothesen. Viele davon sind nicht unbedingt wünschenswert, wie zum Beispiel "Der gläserne Bürger" oder "Der ökologische Kollaps". Damit wir die Zukunft lebenswert gestalten können, brauchen wir Ideen für das Wünschenswerte - man sagt ja: "wir bauen für die Zukunft".

Vieles, das heute geregelt wird, wird's auch in Zukunft: Der Fahrplan der Bahn, der Termin beim Arzt, Bauzonen etc., Gesetze für die Regelung von Menschenrechten, und und und ...

Eins ist klar, es wird nicht einfacher, mit jedem Tag kommen neue Regelungen dazu und es ist auch klar, ohne Regelungen können wir uns nicht regulieren. Und wir wollen regulieren.

Man könnte - die Bestrebungen sind im Gange - den CO2-Ausstoss regulieren (weltweit). Man könnte - Ideen gibt es zu Hauf - die 2000 Watt-Gesellschaft einführen (jeder darf Energie verbrauchen, aber nur in begrenztem Mass). Man könnte - Erst-Welt-Länder denken darüber nach - jedem Bürger ein Grundeinkommen für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung stellen, um soziale Gleichheit zu erzielen.

Man könnte noch viel mehr tun!

Da jedoch jedes Problem, das Heute erkennbar ist, national und selten international geregelt wird, sind die Mechanismen nicht schnell genug und auch nicht gerecht. Deshalb ist es für die Zukunft nötig, dass sich internationale Gemeinschaften bilden, die Vorstösse unternehmen, um gerechte gesetzliche Grundlagen zu erarbeiten, die globaler Natur sind und niemanden Übervorteilen.

Januar2010/fs

Das Ende der Welt

Schwarzmalen ist nicht wirklich schön. Doch wenn wir die Augen und Ohren offen halten, und kritisch hinterfragen, und wissen, dass auch wir irgendwie Verantwortung tragen für das was geschieht, können wir nicht anders und sollten uns einmischen.

Klar ist, dass der Meeresspiegel steigt. Ob nun Menschen daran schuld sind oder teilweise daran schuld sind, ist gar nicht so relevant. Relevant ist, dass wir unsere Bemühungen fokussieren müssen auf das, was getan werden muss, damit sich die Welt auch noch in hunderten von Jahren weiterdreht und dass der Mensch und die Lebewesen auf dem Planeten weiterhin existieren können.

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als den Umgang mit unserer Umwelt zu verbessern und den Umgang mit Ressourcen drastisch zu ändern. Das heisst, wir sollten lernen zu verzichten und wir sollten uns dabei gut fühlen.

Es braucht grosse Anstrengung um das Bewusstsein der Menschheit in Nachhaltigkeit zu schulen. Sobald der Konsum nicht mehr im Zentrum steht und andere Werte wichtiger werden, können wir die Zukunft ändern. Solange wir an alten Denkmustern festhalten und der Belanglosigkeit des Besitzes und der Habgier verfallen sind, haben wir keine Chance, unsere Taten in eine andere Richtung zu lenken.

Etwas, das neben der Lust auf Verzicht entwickelt werden sollte ist das Hinschauen auf Dinge die zu Unrecht geschehen. Es gibt viele NGO's, die darauf hinarbeiten, dass Ungerechtigkeiten aufgedeckt werden und dass die Welt etwas gerechter wird.

Damit die Gesellschaft sich wandelt, müssen daneben aber auch die kleinen Handlungen geändert werden, die unbeachtet und ohne Hinterfragung antrainiert wurden. Diese Gewohnheiten zu ändern ist oftmals sehr schwierig, weil wir uns deren gar nicht mehr bewusst sind, es sind automatisierte Handlungen, die man sich schlecht abgewöhnen kann.

Natürlich kann man sagen, dass wir zu wenig Wissen haben um zu entscheiden, auf welche Art man etwas verbessert. Es kann tatsächlich sein, dass man die Auswirkungen einer "guten" Handlung falsch einschätzt und damit noch mehr Schaden zufügt. Das passiert leider tagtäglich.

Nichts desto trotz: Ich glaube der gute Wille zählt. Gewohnheiten kann man ändern.

Februar 2010/fs

Schlimmer als schlimm

Die Katastrophe, die sich im Golf von Mexiko ereignete, war nur das erste grosse Übel. Zwischen April und Juli 2010 flossen rund 800.000 Tonnen Öl (entspricht etwa 1 Milliarde Liter Öl) aus dem Bohrloch (Deepwater Horizon) des Weltkonzerns BP rsp. Transocean. Es ist die erste grossflächige Zerstörung dieser Art, die das globale Klima durch ihre Dimension bedroht.

Das zweite grosse Übel ist fast nicht nachvollziehbar: die in Verantwortung stehenden Firmen und die amerikanische Regierung entschieden sich für eine problematische Lösung des Problems. Um die Strände zu schützen und die Sichtbarkeit der katastrophalen Ausmasse zu verbergen wurde die Meeresoberfläche mit Lösungsmittel versprüht. Dieses Lösungsmittel wird Corexit 9527 genannt und ist in Europa schon lange verboten (toxisch, als Nervengift deklariert) und hat die Eigenschaft, das Öl in feinere Bestandteile aufzulösen. Angeblich wurden etwa 4 Millionen Liter dazu verbraucht.

Ihr Ziel wurde erreicht: das Öl wurde im Meer versenkt (70% des ausgeflossenen Öls). Dadurch wurde eine optimale Säuberung durch Absaugen des Öls verunmöglicht und die Tiefen des Meeres zerstört. Welche Konsequenzen dies langfristig auf die Meerestiere, den Golfstrom, das Leben überhaupt haben wird, wissen wir heute nicht, wir können aber davon ausgehen, dass die Nahrungskette unterbrochen wird und sich die Natur neue Wege ausdenken muss, um das menschliche Versagen rund um die Katastrophe abzufedern.

Es ist einfach gesagt: "aus Fehlern lernt man". Nichtsdestotrotz können wir davon ausgehen - sofern nicht ein weltweiter Aufschrei von kritischen Stimmen erfolgt - dass sich diese Katastrophe wiederholen wird. Auch aus Exxon Valdez (1989) haben wir nichts gelernt. Denn es geht immer um viel Geld, das nicht ausgegeben werden soll, und so sucht man sich immer die billigsten Lösungen, anstatt die Besten.

Oktober 2010/fs

 

 

 

DER NEUE HEUTIGE

Forum für kritisch-künstlerisches Denken

Archiv