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KAPITALISMUS - WHAT ELSE?

zu Gast in der Galerie Noseland, Schöftland

Patricia Jacomela Bonola

"Between The Lines - The Anti Productive Space"

"Das wirtschaftliche Wachstumsprinzip treibt jedes einzelne Unternehmen dazu an, maximalen Profit zu erwirtschaften. Meist ohne Rücksicht auf soziale, ökologische oder politische Folgen, mit leider fatalen Folgen für Mensch und Umwelt. 

Wir sind Mitglieder eines Gesellschaftssystems, das unsere Leistungs- und Konsumbereitschaft ständig einfordert, uns aber kaum Aufmerksamkeit und Zeit lässt, die Folgen unseres eigenen Handelns zu reflektieren, oder diese gar durch entsprechende Maßnahmen konkret zu vermeiden. 

Als Konsumenten haben wir die absolute Wahl- und Entscheidungsfreiheit an Produkten und Dienstleistungen. Wir besitzen mehr Freiheiten in der Wahl unserer Konsumprodukte als in der politischen Mitbestimmung.

Wir als Konsumenten können also sehr wohl mitsteuern, wenn wir aufgeklärt und bewusst konsumieren. 

Für die Bekleidungsindustrie ist das Motto höchste Stückzahlen in kürzester Zeit zum geringsten Lohn zu produzieren. Der Kleiderkonsum ist in den letzten Jahren massiv gestiegen, bedingt durch den Preiszerfall.

Im Durchschnitt kaufen wir fünf bis sechs Kleidungsstücke pro Monat und die kurze Nutzungsdauer ist von Herstellern einkalkuliert, etwa acht Mal sollen die Kleider getragen werden, dann muss man etwas Neues haben.

So landen viele Kleider nach kurzer Zeit in die Altkleidersammlung und werden als sogenannte Hilfsgüter tonnenweise in die 3. Welt verschickt, insbesondere nach Afrika.

Dieser transkontinentale Kleiderimperialismus zerstört die vielseitigen, lokalen Textil- und Bekleidungsindustrien. 

Die Textilindustrie hat in großem Umfang zur Verschmutzung, Ausbeutung und Versklavung der Wirtschaft beigetragen, sie gehört nicht nur zu den die Umwelt am stärksten belastenden Industrien, sondern beschäftigt ihre Arbeiter gleichzeitig zu Hungerlöhnen und unter zum Teil unwürdigen, gesundheitsschädlichen Bedingungen." Patricia Jacomella Bonola