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KAPITALISMUS - WHAT ELSE?

zu Gast in der Galerie Noseland, Schöftland

Barbara Gwerder

"Nebenwirkungen"

"Die kapitalistische Gesellschaft leidet unter dem Druck, aus allem Profit zu schlagen. Unser Leben funktioniert vermehrt nach dem Prinzip des Nutzens und der Rentabilität. Die Bedrohung des Versagens jedes Einzelnen ist allgegenwärtig. Wir fragen uns immer häufiger, ob wir die Leistungen und Anforderungen der Marktwirtschaft erbringen können. Der ständige Druck führt nicht selten zu psychischer und physischer Erschöpfung.

Damit wir in der Wirtschaftswelt mithalten können, greifen wir vielfach zu pharmazeutischen Wirkstoffen. Kennen wir es nicht alle, wie wir uns überlegen, ob es vielleicht doch was bringt, die „Power-Pille für geistig Aktive“ oder wie wir mit Hilfe von Injektion Schlank werden können. Auch „Energie auf Knopfdruck“ ist sehr verlockend. Mehr Leistungsfähigkeit könnten wir doch alle gebrauchen. „Damit schaffe ich, was ich schaffen muss“. Suggestive Werbesprüche die ihre Wirkung nicht verfehlen, da wir doch alle das Gefühl kennen, ausgepowert zu sein. „Vorrat vom Feinsten für den Notfall“, was soviel heisst wie Proteine und Kohlenhydrate in Pulverform.

Aus diesem Grund boomen Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich zur Steigerung des menschlichen Stoffwechsels dienen, damit wir hochleistungsfähige Menschen bleiben oder werden. Dazu gibt es noch eine Vielzahl von Arzneimitteln zur Beeinflussung von Gemüt, Befinden, Denken und Verhalten.

Viele medizinische Wirkstoffe sind seit Menschengedenken nicht aus unserem Leben weg- zudenken. Wir alle brauchen die pharmazeutischen Technologien was den Pharmaunternehmen sehr viel Macht gibt. Die Pharmaindustrie gilt als eine der weltweit grössten, profitabelsten Wirtschaftszweige schlechthin. Ihre Methoden für die Verwirklichung ihrer Machtstellung in der kapitalistischen Weltwirtschaft sind beunruhigend. Zweifelhafte Machenschaften der Pharmakonzerne geraten ständig unter Kritik. Diese s0ind in der Medienwelt auf der ganzen Welt tagtäglich zu verfolgen. Nicht selten wird die Pharmaindustrie als korrupter Wirtschaftszweig des Kapitalismus gesehen." Barbara Gwerder