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KAPITALISMUS - WHAT ELSE?

zu Gast in der Galerie Noseland, Schöftland

Denise Ackermann Flury

"Made in China"

Das Fahrrad auf dem Deckel des Brotkorbes ist mittels einer von mir gefertigten Schablone, eines Bäckerfahrrades aus den 30er Jahren aufgetragen. Es weist auf die Ursprünge der Vermarktung von Brot hin und deutet gleichzeitig auf die traditionelle Kultur des Fahrrades in China an.

Bedient man den Kippschalter, der durch ein Kabel mit dem Brotkorb verbunden ist, öffnet sich der Deckel, rot ausgeleuchtet kommt ein chinesisch anmutendes Innenleben zum Vorschein, begleitet von chinesischer Musik. Im Vordergrund präsentiert sich ein fiktives Reis-Brot.

Werden wir morgen anstelle von Brot etwa Reis zum Frühstück essen, denn in China gibt es ja kein Brot. Der Appetit der Geldgier scheint auf Seiten von Verkäufer sowie Käufer unersättlich. Darunter leiden nicht nur die Qualität der Produkte, sondern auch die Menschen und Kinder, die diese Produkte unter menschenunwürdigen Voraussetzungen produzieren, aber auch die Natur und das gesamte Wirtschaftssystem.

Das perfide ist, dass die Menschen im ersten Moment entzückt auf das Brotkorb-Objekt reagieren und erst nach reiflicher Auseinandersetzung erkennen, wie gefährlich, das vermeintlich schöne-lustige ist.

"Peace"

"flüchtig"

Eine künstliche Hand dient einer Ikea-Einkaufstasche als Kleiderhaken. Auf der Tasche ist ein kreisrundes Stück Stacheldraht angebracht, bei dem die spitzen Haken gelb eingefärbt sind. Im übertragenen Sinn, wiederspiegelt dies die Europa Flagge.

Ikea steht für Europa und das Einkaufsverhalten vieler Europäer. Heute billig einkaufen und Morgen wegschmeissen. Der Stacheldraht spielt auf die Problematik Europas mit dem hilflosen und verzweifelten Umgang der Flüchtlingssituation an.